Tinte oder Laser? © Fotolia / Andrey Popov

Drucker-Technologien im Vergleich: Laser-Drucker oder Tintenstrahl-Drucker

Sie sind im Moment auf der Suche nach einem Drucker oder haben in Ihrem Unternehmen kürzlich erst einen oder mehrere Drucker angeschafft? – Dann haben Sie sich diese Frage sicherlich nicht nur einmal gestellt: Laser- oder Tintenstrahldrucker? Eine Frage, auf die auch wir Ihnen mit diesem Artikel keine finale Antwort geben können. Dennoch möchten wir einige Vor- und Nachteile der beiden Technologien erläutern und Ihnen gleichzeitig dabei helfen, sich bei Ihrer Entscheidung etwas sicherer zu werden.

Tintenstrahldrucker…

Technische Fortschritte machen auch vor der Druckerbranche keinen Halt: Galten Tintenstrahldrucker vor einigen Jahren noch als langsame, tintenhungrige und häufig überforderte Maschinen, so finden sich heute auf dem Markt Geräte, die das genaue Gegenteil von diesen Vorurteilen bedienen.

Tintenstrahldrucker müssen sich in vielen Aspekten nicht mehr vor ihren Brüdern, die mit Lasertechnik arbeiten, verstecken. Die meisten modernen Geräte arbeiten sehr sparsam – sowohl beim Tinten- als auch beim Stromverbrauch. Fast alle Geräte besitzen heute die Möglichkeit, für jede Farbe einzelne Patronen einzusetzen. Einige Geräte verzichten sogar bereits komplett auf Patronen und sind mit sogenannten Farbkammern ausgestattet, die man mit Ersatz-Tinte (LINK zu Originaltinte) selbst wieder auffüllen kann. Auch was die Geschwindigkeit und die Druckkapazität betrifft, konnten Tintenstrahldrucker in den letzten Jahren stetig zu gängigen Laserdruckern aufholen. Während gängige Tintenpatronen Kapazitäten für rund 200 bis 8.000 Seiten bieten, gibt es auch Hersteller, die spezielle Patronen mit Reichweiten von bis zu 75.000 Seiten anbieten.

… oder Laserdrucker?

Laserdrucker hingegen arbeiten in der Regel komplett ohne flüssige Komponenten und nutzen sogenannte Kartuschen, die den Toner enthalten, der auf das Papier aufgetragen wird.

Auch hier ist die Bandbreite, was die Lebensdauer eines Toners betrifft, groß: Die Reichweiten variieren je nach Modell zwischen 1.500 und 50.000 Seiten.

Ein Entscheidungskriterium: Die Nutzungshäufigkeit des Druckers

Rechnet man die durchschnittlichen Betriebskosten der beiden Technologien gegeneinander aus, so stellt man schnell fest, dass sich ein Laserdrucker erst dann wirklich rechnet, wenn er häufig genutzt wird, oder, was vielleicht auf den ersten Blick verwundert, wenn man nur sehr selten druckt.

Der Grund, warum sich ein Laserdrucker auch bei einem sehr geringen Druckvolumen lohnt, ist, dass ein Tintenstrahldrucker, der über Wochen nicht in Betrieb war, beim Starten oder im Standby regelmäßig seine Düsen reinigt und dabei Tinte verbraucht. Außerdem besteht bei unregelmäßiger Nutzung die Gefahr, dass die Patrone eintrocknet und somit ersetzt werden muss. Einige Hersteller bieten hierzu jedoch Lösungen an, die das Eintrocknen verhindern können. Im Zweifel sollten Sie sich auf jeden Fall erkundigen, ob Ihr gewünschter Tintenstrahldrucker mit einer solchen Lösung ausgestattet ist.

Das sollte vor dem Drucker-Kauf geklärt sein

Stellen Sie sich, bevor Sie eine Entscheidung treffen, zwingend folgende Fragen:

Wie ist der Anschluss des Gerätes geplant?

Klären Sie bereits im Vorfeld den genauen Standort des Druckers und legen Sie fest, ob Sie den Drucker drahtlos oder kabelgebunden in Ihr Netzwerk integrieren möchten.

Wie hoch ist das Druckaufkommen in Ihrem Unternehmen?

Diese Frage sollten Sie zuallererst beantworten. Wählen Sie ein Gerät aus, das für Ihr monatliches Druckvolumen geeignet ist. Unterdimensionierte Geräte verursachen erhöhte Kosten pro Seite, zu groß gewählte Drucker sind in der Anschaffung teuer. Es gilt die Faustregel: Je leistungsstärker das Gerät, desto günstiger der Preis pro gedruckter Seite. Drucken Sie nur sehr selten und möchten sich dann jedoch zu 100 Prozent auf das Gerät verlassen können, so sollten Sie den Kauf eines Laserdruckers in Erwägung ziehen. Drucken Sie täglich, so kann ein Tintenstrahldrucker die wirtschaftlichere Alternative sein.

Was drucken Sie und Ihre Mitarbeiter? – Dokumente, Fotos oder Geschäftliches?

In Abhängigkeit von der Höhe Ihres täglichen Druckaufkommens sollten Sie sich vor der Anschaffung neuer Geräte darüber Gedanken machen, was in Ihrem Unternehmen überwiegend gedruckt wird. Drucken Sie interne Dokumente? Hochwertige Fotos? Geschäftliche Dokumente, die an Ihre Kunden versendet werden?

Dokumente, die mit einem Laserdrucker gedruckt wurden, sind in der Regel beständiger. Denn Spritzwasser, eine feuchte Hand oder auch längere, direkte Sonneneinstrahlung haben bei laserbasierten Ausdrucken keinerlei Auswirkungen auf den Druck. Außerdem ist das Druckergebnis bei einem Laserdrucker unabhängig von der Papierqualität stets konstant.

Drucken Sie jedoch häufig farbige Bilder, die Sie auch in höherer Qualität benötigen, so wird ein Tintenstrahldrucker auf entsprechendem Papier ein optimaleres Ergebnis liefern als es ein Laserdrucker könnte.

Sie sehen also, dass es für verschiedenste Nutzungsszenarien unterschiedliche Drucker gibt, die perfekt auf diese zugeschnitten sind. Befragen Sie Ihre Mitarbeiter und ermitteln Sie auf diese Weise den Bedarf in Ihrem Unternehmen. Möglicherweise macht auch die Anschaffung von Tintenstrahl- und Laserdruckern Sinn, wenn die Bedürfnisse in Ihrem Unternehmen stark auseinandergehen. Sind Sie sich bei der Entscheidungsfindung unsicher, sollten Sie in jedem Fall eine persönliche Beratung in Erwägung ziehen.

Wie viele Personen greifen auf den Drucker zu?

Wird Ihr Drucker von mehreren Personen genutzt? Wenn ja, dann sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass er WLAN-fähig ist und/oder mit einer integrierten Netzwerkkarte einfach in Ihr Unternehmensnetzwerk eingebunden werden kann. So kann jeder Nutzer problemlos und gegebenenfalls ohne Kabel auf den Drucker zugreifen.

Vergessen Sie bei Netzwerk-Druckern nicht den Sicherheits-Aspekt, denn durch die Anbindung an das Internet ist der Drucker ein potenzielles Einfallstor für Schadsoftware. Außerdem unterliegt die Nutzung eines Gerätes durch mehrere Personen immer einem Risiko, wenn dort auch vertrauliche Dokumente gedruckt werden. Mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen können Sie diesen Gefahren jedoch vorbeugen (Link zu Blogbeitrag).

Benötigen Sie weitere Funktionen (Fax, Scanner oder Kopierer)?

Sie sollten bereits vorher wissen, was Sie von Ihrem Drucker alles erwarten. Welche Funktionen benötigt Ihr Gerät? Sind Sie sich darüber unsicher, überlegen Sie, was Sie in der Vergangenheit an Ihrem alten Drucker vermisst haben oder was Sie in Zukunft mit dem neuen Gerät alles erledigen möchten. Lassen Sie sich jedoch nicht verunsichern! Viele Geräte besitzen sehr spezielle Funktionen, die man Ihnen vielleicht als „nützlich“ verkaufen möchte, die Sie wahrscheinlich jedoch niemals aktiv nutzen werden. Fragen Sie sich daher, welche Zusatzfunktionen Sie wirklich benötigen und ob Sie auch bereit sind, die Mehrkosten dafür auf sich zu nehmen.

Fragen Sie sich vor dem Drucker-Kauf, was Ihnen wichtig ist

  • Ein möglichst geringer Preis pro gedruckter Seite, oder die bestmögliche Qualität?
  • Benötigen Sie viele Druckformate, oder reicht Ihnen ein Gerät, welches die gängigsten Formate abdeckt?
  • Benötigen Sie mehrere Papierzuführungen?
  • Spielt das Gewicht des Gerätes eine Rolle?
  • Muss das Gerät mobil sein, oder bekommt es einen festen Stellplatz?
  • Welche Anschlüsse muss der Drucker unbedingt mitbringen?
  • Welche Funktionen könnten in der Zukunft eine Rolle spielen?

Tinte vs. Laser – Vor- und Nachteile im Vergleich

Tinte Laser im Vergleich © SoftExpress

 

Sie sehen, die finale Entscheidung für einen bestimmten Druckertyp ist abhängig von vielen unterschiedlichen Kriterien – „den besten Drucker“ gibt es nicht, sondern immer nur eine möglichst optimale Lösung für den jeweiligen Einsatzzweck. Sind Sie sich auch nach Ihrer eigenen Recherche noch immer unsicher, sollten Sie sich auf jeden Fall persönlich beraten lassen.